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Kapitel 38

Sammlung:Das Buch Hiob und 42 Gemälde
Autor:Fr. Antonio Oteiza
Typ:Malerei
Standort:Katalogisierungsraum
Eigenschaften: Acrylfarbe auf Karton
Kunstwerk:
Kapitel 38

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Beschreibung:

Da antwortete der Herr Hiob aus dem Sturm:

„Wer ist es, der meine Pläne mit sinnlosen Worten verdunkelt?

Wenn du ein Mann bist, so gürte deine Lenden: Ich will dich fragen, und du sollst mir antworten.

Wo warst du, als ich die Erde gründete? Sag es mir, wenn du so viel weißt.

Wer bestimmte ihre Maße – wenn du es weißt –, oder wer spannte die Messschnur über sie?

Worin sind ihre Grundfesten verankert, oder wer setzte ihren Eckstein, während die Morgensterne einmütig jubelten und alle Engel Beifall riefen?

Wer verschloss das Meer mit Toren, als es ungestüm aus dem Mutterschoß hervorbrach, als ich ihm Wolken zur Decke und Nebel zu Windeln gab, als ich ihm eine Grenze setzte mit Türen und Riegeln und zu ihm sagte: ‚Bis hierher sollst du kommen und nicht weiter; hier soll der Hochmut deiner Wellen enden‘?

Hast du je in deinem Leben dem Morgen geboten oder der Morgenröte ihren Platz angewiesen, damit sie die Erde an ihren Rändern ergreift und die Frevler von ihr abschüttelt, damit sie ihr Gestalt gibt wie eine Form dem Ton und sie färbt wie ein Gewand, damit den Frevlern ihr Licht genommen und der erhobene Arm zerbrochen wird?

Bist du zu den Quellen des Meeres hinabgestiegen oder durch die Tiefen des Ozeans gewandert?

Hat man dir die Tore des Todes gezeigt, oder hast du die Pforten der Schatten gesehen?

Hast du die Weite der Erde erforscht? Erzähl es mir, wenn du alles weißt.

Wo ist der Weg zum Haus des Lichtes, und wo wohnt die Finsternis?

Könntest du sie in ihr Land führen oder ihnen den Weg nach Hause zeigen?

Du wirst es gewiss wissen, denn damals warst du ja schon geboren und hast so viele Jahre gelebt.

Bist du in die Vorratskammern des Schnees eingetreten, hast du die Speicher des Hagels gesehen, die ich für die Stunde der Gefahr aufbewahre, für den Tag des Krieges und des Kampfes?

Auf welchem Weg verteilt sich die Gluthitze, und wie breitet sich der Ostwind über die Erde aus?

Wer hat dem Regenguss eine Rinne geöffnet und Blitz und Donner einen Weg gebahnt, damit es auf unbewohntes Land regnet, auf die Steppe, in der kein Mensch wohnt, damit die verlassene Wüste sich sättigt und im Ödland Gras sprießt?

Hat der Regen einen Vater? Wer zeugt die Tropfen des Taus?

Aus welchem Schoß wird das Eis geboren?

Wer gebiert den Reif des Himmels, sodass das Wasser sich mit einer Platte bedeckt und die Oberfläche des Sees gefangen hält?

Kannst du die Bande der Plejaden knüpfen oder die Fesseln des Orion lösen?

Kannst du die Sternbilder zu ihrer Zeit hervortreten lassen oder den Großen Bären mit seinen Jungen führen?

Kennst du die Gesetze des Himmels, oder bestimmst du ihre Wirkung auf der Erde?

Kannst du deine Stimme bis zu den Wolken erheben, damit ein Regenguss dich bedeckt?

Sendest du die Blitze aus, sodass sie kommen und zu dir sagen: ‚Hier sind wir‘?

Wer gab dem Ibis Weisheit und dem Hahn Einsicht?

Wer zählt mit Weisheit die Wolken und leert die Krüge des Himmels aus, wenn der Staub zu einer Masse verschmilzt und die Erdschollen zusammenkleben?

Jagst du für die Löwin ihre Beute oder stillst du den Hunger ihrer Jungen, wenn sie sich in ihrem Versteck ducken oder im Dickicht auf der Lauer liegen?

Wer versorgt den Raben mit Nahrung, wenn seine Jungen zu Gott schreien und vom Hunger getrieben umherirren?“

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