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Kapitel 12

Sammlung:Das Buch Hiob und 42 Gemälde
Autor:Fr. Antonio Oteiza
Typ:Malerei
Standort:Katalogisierungsraum
Eigenschaften: Acrylfarbe auf Karton
Kunstwerk:
Kapitel 12

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Beschreibung:

Hiob antwortete:

„Was seid ihr doch für bedeutende Leute! Mit euch wird die Weisheit sterben! Doch auch ich besitze Verstand und stehe euch in nichts nach. Wer weiß denn all das nicht?

Ich bin zum Gespött meines Nächsten geworden: ‚Einer, der zu Gott ruft und dem er antwortet!‘ Man spottet: ‚Der Gerechte, der Rechtschaffene …‘ Eine verachtete Fackel bin ich in den Augen dessen, der sich sicher fühlt, gerade gut genug, dass jeder auf mir herumtritt.

Währenddessen herrscht Frieden in den Zelten der Räuber, und ruhig leben jene, die Gott herausfordern, jene, die Gott in ihrer Faust zu halten meinen.

Frag die Tiere, und sie werden dich unterweisen; die Vögel des Himmels, und sie werden es dir kundtun; die Tiere, die auf der Erde kriechen, und sie werden dich lehren; die Fische des Meeres werden es dir erzählen. Wer wüsste bei so vielen Lehrmeistern nicht, dass die Hand des Herrn dies alles vollbracht hat?

In seiner Hand liegt das Leben aller Lebewesen und der Atem jedes Menschen.

Unterscheidet nicht das Ohr die Worte, und schmeckt nicht der Gaumen die Speisen?

Liegt nicht bei den Alten die Weisheit und bei den Hochbetagten die Einsicht?

Doch er besitzt Weisheit und Macht; Einsicht und Klugheit gehören ihm.

Was er zerstört, kann niemand wieder aufbauen; wen er gefangen hält, für den gibt es kein Entkommen. Hält er den Regen zurück, kommt die Dürre; lässt er ihn los, wird das Land überflutet.

Ihm gehören Kraft und Wirksamkeit; sein sind der Getäuschte und der Täuschende. Er führt die Ratgeber entblößt hinweg und bringt die Herrscher um den Verstand. Er entreißt den Königen ihre Abzeichen und legt ihnen einen Strick um die Hüften. Er führt die Priester entblößt hinweg und stürzt die Mächtigen. Er nimmt den Vertrauten das Wort und raubt den Alten die Besonnenheit. Er schüttet Verachtung über die Vornehmen aus und löst den Gürtel der Starken. Er enthüllt die tiefsten Geheimnisse der Finsternis und bringt die Schatten ans Licht. Er lässt Völker groß werden und richtet sie zugrunde; er lässt Nationen sich ausbreiten und führt sie fort. Er nimmt den Führern den Verstand und lässt sie in einer weglosen Öde umherirren. Sie tappen in tiefster Finsternis ohne Licht, und er lässt sie taumeln wie Betrunkene.“

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