| Sammlung: | Das Buch Hiob und 42 Gemälde |
| Autor: | Fr. Antonio Oteiza |
| Typ: | Malerei |
| Standort: | Katalogisierungsraum |
| Eigenschaften: | Acrylfarbe auf Karton |
| Kunstwerk: |
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| Beschreibung: |
Da öffnete Hiob den Mund und verfluchte den Tag seiner Geburt. Er sagte: Ausgelöscht sei der Tag, an dem ich geboren wurde, und die Nacht, die sprach: „Ein Knabe ist empfangen!“ Jener Tag werde zu Finsternis, Gott in der Höhe kümmere sich nicht um ihn, kein Licht soll über ihm leuchten. Finsternis und Todesschatten sollen ihn zurückfordern, Nebel soll sich über ihn legen und eine Sonnenfinsternis ihn erschrecken. Jene Nacht soll die Dunkelheit an sich reißen; sie soll sich nicht zu den Tagen des Jahres gesellen und nicht in die Zahl der Monate eingehen. Jene Nacht soll unfruchtbar bleiben und kein Jubelruf in ihr erklingen. Verfluchen sollen sie jene, die den Tag verfluchen, die es verstehen, den Leviatan aufzureizen. Die Sterne ihrer Morgendämmerung sollen sich verfinstern; sie soll auf das Licht warten, doch es komme nicht, und sie soll die Wimpern der Morgenröte nicht sehen. Denn sie verschloss mir nicht die Pforten des Mutterleibs und verbarg so viel Elend nicht vor meinen Augen. Warum starb ich nicht schon im Mutterleib, warum kam ich hervor und verschied nicht sogleich? Warum nahm mich ein Schoß auf, warum gab es Brüste, die mich stillten? Jetzt würde ich ruhig daliegen und in Frieden schlafen, wie die Könige und Ratgeber der Erde, die zerstörte Städte wieder aufbauen, oder wie die Fürsten, die Gold besaßen und ihre Paläste mit Silber füllten. Jetzt wäre ich wie eine begrabene Fehlgeburt, wie ein Kind, das niemals das Licht erblickte. Dort endet der Aufruhr der Frevler, dort ruhen die Erschöpften. Mit ihnen finden die Gefangenen Ruhe und hören nicht mehr die Stimme des Aufsehers. Klein und Groß sind dort gleich, und der Sklave ist frei von seinem Herrn. Warum schenkt man einem Unglücklichen Licht und Leben denen, deren Seele voller Bitterkeit ist, die sich nach dem Tod sehnen, doch er kommt nicht, und die nach ihm graben, mehr als nach einem Schatz; die sich vor dem Grab freuen und jubeln würden, wenn sie ihre Ruhestätte fänden; dem Menschen, der keinen Weg mehr findet, weil Gott ihm den Ausgang versperrt hat? Meine Seufzer sind mir zur Speise geworden, und meine Klagen ergießen sich wie Wasser. Was ich am meisten fürchtete, ist über mich gekommen; was mich am meisten erschreckte, ist mir widerfahren. Ich habe keinen Frieden, keine Ruhe, keine Rast; nur Unruhe ist über mich gekommen. |