| Sammlung: | Das Buch Hiob und 42 Gemälde |
| Autor: | Fr. Antonio Oteiza |
| Typ: | Malerei |
| Standort: | Katalogisierungsraum |
| Eigenschaften: | Acrylfarbe auf Karton |
| Kunstwerk: |
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| Beschreibung: |
Der Mensch ist auf Erden, um seinen Dienst zu erfüllen; seine Tage sind die eines Tagelöhners: Wie der Sklave sich nach Schatten sehnt, so wartet der Tagelöhner auf seinen Lohn. Mein Erbe sind Monate der Leere, Nächte voller Mühsal sind mir zugedacht. Wenn ich mich niederlege, denke ich: Wann werde ich wieder aufstehen? Die Nacht zieht sich endlos hin, und bis zum Morgengrauen werde ich nicht müde, mich hin und her zu wälzen. Würmer und Erdkrusten bedecken mich, meine Haut bricht auf und eitert. Meine Tage eilen schneller dahin als das Weberschiffchen und vergehen ohne Hoffnung. Bedenke, dass mein Leben nur ein Hauch ist und meine Augen das Glück nicht wiedersehen werden. Das Auge dessen, der mich betrachtet, wird mich nicht mehr sehen; wenn du nach mir schaust, werde ich nicht mehr da sein. Wie eine Wolke vorüberzieht und sich auflöst, so steigt der, der ins Grab hinabfährt, nicht wieder herauf. Er kehrt nicht in sein Haus zurück, und seine Wohnstätte erblickt ihn nicht wieder. Darum werde ich meine Zunge nicht zurückhalten; mein gequälter Geist wird sprechen, meine betrübte Seele wird klagen. Bin ich das Meer oder der Drache, dass du mir einen Wächter setzt? Wenn ich denke, mein Lager werde mir Erleichterung verschaffen und mein Bett meine Klagen mit mir teilen, dann erschreckst du mich mit Träumen und versetzt mich mit Albträumen in Angst. Lieber würde ich ersticken und den Tod wählen als diese Glieder, die ich verabscheue. Ich werde nicht ewig leben: Lass mich, denn meine Tage sind nur ein Hauch. Was ist der Mensch, dass du ihm solche Bedeutung beimisst, dass du dich um ihn kümmerst, dass du ihn jeden Morgen prüfst und ihn jeden Augenblick auf die Probe stellst? Wie lange willst du deinen Blick nicht von mir abwenden und mir nicht einmal Zeit lassen, meinen Speichel hinunterzuschlucken? Wenn ich gesündigt habe, was habe ich dir damit angetan, du Wächter des Menschen? Warum hast du mich zu deiner Zielscheibe gemacht, sodass ich mir selbst zur Last geworden bin? Warum vergibst du mir meine Verfehlung nicht und nimmst meine Schuld nicht hinweg? Denn schon bald werde ich mich in den Staub legen; du wirst früh nach mir suchen, doch ich werde nicht mehr sein. |