| Sammlung: | Berufe in Bronze (Antonio Oteiza) |
| Autor: | Fr. Antonio Oteiza |
| Inventarnummer: | MCO-AO-ES-00038 |
| Typ: | Relief |
| Standort: | Katalogisierungsraum |
| Eigenschaften: | Die Säger ist ein horizontal angelegtes Relief mit zwei Figuren an den gegenüberliegenden Seiten der Komposition. Zwischen ihnen verläuft eine lange gezahnte Säge, die das Werk sowohl körperlich als auch visuell zusammenhält. Die Körper sind zur Werkzeugachse hin geneigt und in konzentrierten, vereinfachten Volumen modelliert. Raue Oberflächen und eine Patina aus Grün-, Braun- und Schwarztönen mit kupferfarbenen Glanzlichtern unterscheiden die Figuren vom Hintergrund und betonen das zentrale Holzstück, an dem sie arbeiten. |
| Kunstwerk: |
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| Beschreibung: |
Die Arbeit mit einer langen Schrotsäge verlangte weit mehr als Muskelkraft. Jeder Arbeiter musste die Säge zu sich ziehen und im nächsten Moment dem Partner den Gegenzug überlassen. Geriet dieses Wechselspiel aus dem Takt, stockte die Bewegung oder das Blatt verklemmte sich. Erfahrung zeigte sich daher vor allem in der Fähigkeit, Kraft und Tempo aufeinander abzustimmen. Antonio Oteiza baut die gesamte Szene aus dieser wechselseitigen Beziehung auf. Die Männer stehen weit voneinander entfernt an den Enden des Reliefs, sind aber durch das Werkzeug zu einer einzigen Handlung verbunden. Beide Körper neigen sich zur Mitte, wo das Holz den Widerstand bildet, gegen den sich ihre gemeinsame Bewegung richtet. Die Säge ist das eigentliche Rückgrat der Komposition. Ihre lange horizontale Linie durchmisst nahezu das gesamte Werk, und die Folge der deutlich herausgearbeiteten Zähne macht die Härte des Vorgangs sichtbar. Das kompakte Volumen in der Mitte hält die beiden Figuren auseinander und bindet sie zugleich an denselben Arbeitsprozess. Auf erzählerische Nebensachen verzichtet der Bildhauer. Gesichter und Umgebung bleiben nur angedeutet; die Haltung der Körper, das Werkzeug und der Abstand zwischen den Arbeitern tragen die Bedeutung. Die unregelmäßige Oberfläche und die wechselnden Farbtöne verleihen dem Relief eine körperliche Dichte, die an die Rauheit des Holzes und an die Belastung der Arbeit erinnert. Die Säger bewahrt die Erinnerung an einen Beruf, der durch die Mechanisierung weitgehend verschwunden ist. Zugleich spricht das Werk von etwas Zeitlosem: von Vertrauen, geteilter Anstrengung und der Fähigkeit, zwei einzelne Kräfte in eine gemeinsame Bewegung zu verwandeln. |