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Die Weinleserin

Sammlung:Berufe in Bronze (Antonio Oteiza)
Autor:Fr. Antonio Oteiza
Inventarnummer:MCO-AO-RE-00019
Typ:Relief
Standort:Katalogisierungsraum
Eigenschaften: Die Weinleserin ist ein hochformatiges Relief, dessen Komposition von der zentralen Frauenfigur bestimmt wird. Ihr Körper neigt sich leicht unter dem Gewicht des Gefäßes, das sie auf der Schulter trägt. Pflanzliche Formen und eine stark strukturierte Oberfläche deuten die ländliche Umgebung an. Die plastische Gestaltung ist unmittelbar und ausdrucksstark. Vereinfachte Volumen, raue Oberflächen und eine vielschichtige Patina in Grün-, Braun-, Blau- und Kupfertönen prägen das Erscheinungsbild. Das dunkle Gefäß hebt sich deutlich von Figur und Hintergrund ab und bildet den visuellen Schwerpunkt des Reliefs.
Kunstwerk:
Die Weinleserin

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Beschreibung:

Antonio Oteiza beschränkt die Darstellung bewusst auf eine einzelne Arbeiterin. Die Weinlese erscheint hier weder als festliches Ereignis noch als idyllische Szene des Landlebens. Im Mittelpunkt stehen vielmehr die körperliche Anstrengung und die Ausdauer, die diese Arbeit verlangt. Die Haltung der Frau folgt dem Gewicht ihrer Last und macht die Mühe des Tragens unmittelbar nachvollziehbar.

Auf eine individuelle Ausarbeitung des Gesichts verzichtet der Künstler weitgehend. Die Identität der Figur entsteht nicht durch persönliche Merkmale, sondern durch ihre Bewegung und ihre Tätigkeit. So wird die Weinleserin zum stellvertretenden Bild für viele Frauen, deren Arbeit über Generationen hinweg das Leben ländlicher Gemeinschaften mitgetragen hat.

Die Landschaft bleibt nur angedeutet. An einer Seite erhebt sich eine pflanzliche Form, während sich im oberen Bereich unregelmäßige Strukturen zu einem Geflecht verdichten, das an Äste, Blätter oder Trauben erinnert. Figur und Umgebung sind nicht klar voneinander getrennt, sondern scheinen aus derselben plastischen Materie hervorzuwachsen.

Die bewegte Oberfläche und die wechselnden Farbtöne verstärken diese Verbindung zwischen Mensch und Erde. Aus einer schlichten Arbeitsszene entsteht so ein stilles Bild von Kraft, Beständigkeit und menschlicher Würde.

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