| Sammlung: | Heilige in Bronze (Antonio Oteiza) |
| Autor: | Fr. Antonio Oteiza |
| Inventarnummer: | MCO-AO-ES-00032 |
| Typ: | Skulptur |
| Standort: | Katalogisierungsraum |
| Eigenschaften: | Der heilige Franziskus und der heilige Ignatius ist eine freistehende Bronzeskulptur mit zwei aufrecht stehenden Männerfiguren. Die Körper sind eng aneinandergerückt und bilden eine kompakte, stark vertikal ausgerichtete Gruppe. Die Berührung im Schulterbereich und die einander zugewandten Köpfe verleihen der Komposition den Charakter eines stillen Dialogs. Die Anatomien sind auf große Volumen und klar gegliederte Flächen reduziert. Die langen Gewänder reichen bis an den integrierten Bronzesockel heran und verbinden die Figuren mit dem Untergrund. Die überwiegend dunkelgrüne Patina wird von braunen Nuancen und wärmeren Bronzetönen an Gesichtern, Händen und exponierten Kanten belebt. Die mit Ignatius verbundene Figur hält vor dem Körper ein rechteckiges Volumen, das als Buch gelesen werden kann. Franziskus erscheint dagegen schlichter und stärker auf die reine Körperhaltung konzentriert. Der Bronzesockel gehört zum Guss; darunter befindet sich eine separate Basis aus schwarzem Marmor. |
| Kunstwerk: |
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| Beschreibung: |
Franziskus von Assisi und Ignatius von Loyola lebten in verschiedenen Jahrhunderten und konnten einander nicht begegnen. Antonio Oteiza entwirft daher keine historische Szene, sondern eine geistige Annäherung zwischen zwei der prägendsten Ordensspiritualitäten der Kirche. Franziskus steht für die radikale Rückkehr zum Evangelium, für Armut, Brüderlichkeit und die Nähe zu den Geringen. Als Gründer des Ordens der Minderbrüder bildet er zugleich die geistliche Wurzel der gesamten franziskanischen Familie, zu der auch die Kapuziner gehören. Ignatius, der Gründer der Gesellschaft Jesu, verkörpert eine Spiritualität des inneren Unterscheidens, der geistlichen Schulung und der Bereitschaft zur Sendung. Oteiza stellt diese beiden Wege nicht gegeneinander. Er führt die Figuren so eng zusammen, dass sie Teil derselben plastischen Ordnung werden. Ein Arm reicht zur benachbarten Gestalt und scheint auf ihrer Schulter zu ruhen. Diese zurückhaltende Berührung verwandelt die bloße Nachbarschaft in ein Zeichen von Vertrauen und gegenseitiger Anerkennung. Die Heiligen werden nicht durch porträthafte Genauigkeit unterschieden. Die Gesichter bleiben stark vereinfacht, und auch die Gewänder sind nicht naturalistisch ausgearbeitet. Identität entsteht vielmehr durch Haltung, Volumen, Blickrichtung und die Beziehung zum jeweiligen Attribut. Das mögliche Buch in den Händen des Ignatius verweist auf Reflexion, Lehre und geistliche Unterscheidung. Franziskus erscheint schlichter und stärker mit Armut und Brüderlichkeit verbunden. Dennoch entsteht keine Rangordnung. Oteiza zeigt zwei unterschiedliche Charismen, die sich in einer gemeinsamen Berufung zum Dienst begegnen. Der schmale Zwischenraum zwischen den Figuren ist für die Komposition wesentlich. Er bewahrt ihre Eigenständigkeit und macht zugleich die Spannung der Begegnung sichtbar. In den Seitenansichten wird deutlich, wie sich Schultern, Arme und Gewänder annähern, ohne vollständig miteinander zu verschmelzen. Der heilige Franziskus und der heilige Ignatius ist weder historische Illustration noch festgelegte Allegorie. Die Skulptur wird zu einem zeitgenössischen Bild des Dialogs: Unterschiedliche geistliche Wege bleiben erkennbar und finden dennoch in derselben Ausrichtung auf den Menschen und den Dienst zusammen. |